Verfasst von: cartanica | November 13, 2008

Tag 6 – 9 Little Corn Island, Managua, Masaya und Rueckkehr

PalmenDer Donnerstag, Tag 6 unserer neuntaegigen Reise, begann mehr als nur tranquilo. Trotz fester Entschlossenheit am Vorabend und einem Wecker am morgen, haben wir den Sonnenaufgang um gute 5 Stunden verschlafen und uns „irgendwann dann so“ auf den Weg zum Fruehstueck gemacht. „Auf den Weg“ deshalb, weil man uns am Lagerfeuer geraten hatte uuuunbedingt mal das Fruehstueck im naheliegenden Casa Iguana zu probieren. Dummerweise haben wir auch das verschlafen. Da wir uns vorgenommen hatten an jenem Tag noch einmal das komplette Froschmannequipment auzzuleihen und auf eigene Faust loszuziehen, gingen wir zur Westseite der Insel. Dort befinden sich aber nicht nur die beiden Diveshops der Insel, sondern auch noch diverse Hotels, Bars und Restaurants. Ich habe mich fuer ein Fruehstueck – der Magen erhob schon Ansprueche auf Nachschub – im Hotelrestaurant Los Delfines entschieden und ein so unglaublich leckeres Gallo Pinto mit so einer Art Gulasch und Ei serviert bekommen, Meerblick inklusive, den konnte man aber nicht essen, schade eigentlich, denn der sah auch echt „lecker“ aus! Im Anschluss liehen wir uns die Tauchklamotten aus und watschelten direkt vor unserer Bleibe dem Elsa´s ins Meer. Weit draussen vor dem Strand ragt etwas eigenartiges aus dem Wasser. Auf der Strecke zu diesem Eigenartigen gruessten uns zahlreiche Meeresbewohner mit einem freundlichen Blubb Blubb, bevor sie sich in dem naechstren Riff oder hinter der naechsten Koralle verkrochen. Die Leute auf der Insel sagen, dieses Etwas sei ein altes Wrack, was sicherlich gut moeglich ist, da die Riffe teilweise direkt unter der Wasseroberflaeche liegen und in den Wellen auch fuer uns die Sache ein bisschen zu heikel wurde, da uns teilweise nicht mal mehr 30 cm von den kantigen Riffen trennten. Ausserdem nahm die Stroemung deutlich zu, weswegen wir kurz vor dem Ziel umkehrten und uns zurueck an den Strand treiben liessen. Mit trockenem Sand unter den Fuessen wanderten wir bepackt mit Ausruestung und Fotoaparillo entlang des Strandes zum Nordstrand

Auf der Suche nach dem perfekten Dive-Spot

Auf der Suche nach dem perfekten Dive-Spot

Otto Beach. Der Schnorchelgang dort war ein bisschen enttaeuschend, aber nichtsdestotrotz eindrucksvoll. Alle weiteren Versuche noch eine schoene Ecke zum Schnorcheln zu finden, verliefen im wahrsten Sinne des Wortes im Sande, sodass wir uns diesmal ohne Begegnung mit Hai oder Rochen auf den Rueckweg machten; natuerlich nicht ohne vorher noch jedes einzelne Sandkorn zu fotografieren. Kurz bevor das Meer die Sonne verschluckte erreichten wir den Steg auf dem wir eigentlich nun endlich mal unseren karibischen Traumsonnenuntergang erleben wollten. Als es langsam duester wurde und der Himmel immernoch nicht knallrot war machte sich wieder ein bisschen Enttaeuschung breit. Da ich mir schon am morgen nach dem vorzueglichen Fruehstueck gedacht habe „gerne

karbischer Traumsonnenuntergang

karbischer Traumsonnenuntergang

wieder“, fanden wir uns wieder im Los Delfines ein und wurden doch noch Zeuge des karbischen Traumsonnenuntergangs. Kann man ja nicht riechen, dass die Faerbung erst einsetzt wenn die Sonne schon laengst weg ist. Die Kamera gezueckt flitzten wir noch einmal schnell los, um diesen Moment als Erinnerung festzuhalten. Als das Restaurantpersonal uns schliesslich „Fish with Caribean Sauce“ brachte, war es schon laengst finster. Das hat den Geschmack allerdings keineswegs geschmaelert: Ich bleibe dabei… „gerne wieder!“.

Schon am Donnerstag abend hatte es ein bisschen angefangen zu nieseln, am Freitag morgen war der Himmel dann endgueltig bedeckt und der Sonnenaufgang dementsprechend duerftig. Auf dem Weg zum Steg erwischte uns der erste kraftige Regenguss, dem wir zu einem spontanen Fruehstueck unter einem Vordach mit Kokoskuchen entflohen. Nachdem wir allerdings ueber 3 Tage klang Glueck mit dem Wetter hatten, konnte ich Gott das Versaeumnis im Garten Eden fuer Bewaesserungsanlagen zu sorgen verzeihen. Die Ueberfahrt selber war ueberwiegend trocken, zumindest was das Wetter anging; dafuer aber kraeftig windig, sodass die Gischt ins Boot spritzte, wobei die Passagiere unter einer grossen Plastikplane verhaeltnismaessig trocken blieben. Mit Ankunft auf

Verregneter Vormittag in der Brig Bay auf Big Corn Island

Verregneter Vormittag in der Brig Bay auf Big Corn Island

Big Corn setzte auch der Dauerregen ein. Zunaechst stelzten wir noch in Flip Flops durchs Staedtchen, stiegen dann aber mit zunehmendem Niederschlag auf festeres Schuhwerk um und fruehstueckten noch einmal ausgiebig in der Brig Bay in einem kleinen Restaurant namens Fisherman´s Cave, in dem sich zur gleichen Zeit eine laermende und nervige Truppe Amerikaner niederliess, die uns mehr oder weniger ungefragt erzaehlten, dass sie gerade in Bluefields eine Kirche gebaut haetten und nun vor der Abreise noch einen Tagesausflug auf die grosse der beiden Corn Islands machten. Etwas planlos irrten wir auf der Suche nach dem „Paraiso“, das erste Haus am Platz, ein weiteres mal durch das Staetdchen, bevor wir uns von einem Taxifahrer aufleesen liessen, der, wie es der Zufall so wollte, fuer das „Paraiso“ arbeitete. Dort angelangt warteten wir vergebens auf ein Ende des Regens, assen noch weitere zwei Male, zwar teuer aber nicht schlecht, bevor wir uns wieder per Taxi zum Flughafen fahren liessen. Am Flughafen rechnete man schon nicht mehr mit uns, da Marina, auf deren Namen die Tickets gebucht waren, bereits zwei Tage zuvor abgereist war und vermutlich unsere Tickets mit umgebucht hatte. Kein Problem fuer das Flughafenpersonal uns trotzdem noch irgendwo unterzubringen, sodass wir ganz entspannt und aufgrund des Regens ohne all zu grossen Abschiedsschmerz das Paradies hinter uns lassen konnten.

Im Sonnenuntergang, der durchaus mit seinem karibischen Equivalent mithalten konnte, landeten wir in Managua, wo wir wiedermal mit der Nahrungszufuehrung ein bisschen Zeit totschlugen, bevor wir nach langem Preisaushandeln uns per Taxi quer durch die Stadt ans andere Ende zu Jakob und Anna nach Linda Vista chauffieren liessen. Dort verbrachten wir auch die Nacht von Freitag auf Samstag. Allerdings erst nachdem wir zusammen mit Anna und Jakob und ihren Mitarbeitern auf ein Konzert von einem nicaraguanischen Rockpopschnulzinterpreten, der aber im Verlauf des Abends durchaus auch flottere und Lieder mit Schuettelpotenzial gespielt hat, waren und erst spaet wieder in Linda Vista eintrudelten. Interessierte sollten mal bei youtube nach Perrozompopo suchen, so nannte sich der gute Mann.

Den letzten Tag verbrachten wir zunaechst ganz tranquilo mit Ausschlafen und Doesen, bevor wir uns aufrafften um ein kleines Fruestueckchen im Supermarkt zu erwerben. Waehrend Anna und Jakob schon ihrer Arbeit nachgingen, kramten wir noch ein paar Sachen zusammen und brachen auf um uns Masaya

Stadtportraet auf dem Mercado Viejo

Stadtportraet auf dem Mercado Viejo

anzusehen, bzw eigentlich nur den Kunsthandwerksmarkt, wobei eine kleine Stadtwanderung nicht ausblieb denn die kleine Karte der Innenstadt in meinem Reisefuehrer hatte ich vorsichtshalber zu Hause gelassen. Auf dem Markt selber war es total leer. Bis auf die Verkaeufer trafen wir kaum einen Einheimischen, stattdessen aber haufenweise Amerikaner und Europaer, die schon von weitem zweifellos als touristen zu identifizieren waren. Schon beim Betreten des von einer alten Mauer umgebenen Marktes, auf dem alles etwas geordneter und ruhiger zu geht als auf den grossen Maerkten, auf denen die Einheimischen einkaufen, war fuer mich klar „Ich nehm alles!“ – habe ich dann auch, jedenfalls bis mein Etat erschoepft und mein Rucksack proppen voll gestopft war. Auf der Suche nach einem Bus blieb uns eine weitere Runde durch die Stadt nicht erspart und mehr durch Zufall als durch die Wegbeschreibungen der Leute, die wir fragten, fanden wir in einer kleinen Nebenstrasse einen der von Japan gesponsorten und in Nicaragua vielfach als Expressbus eingesetzten Kleinbusse, noch mit aplizierten Schriftzeichen auf der Seite. Dem Zusatz „Express-“ werden sie aber auf jeden Fall gerecht, was allerdings noch lange nicht einen gewissen Sitzkomfort garantiert, wir hatten Glueck und erwischten noch einen der letzten freien Plaetze. Andere wurden zwischen Fahrersitzbank und zweiter Sitzbank auf eine kleine Kante gequetscht oder durften gleich gebueckt und stehend die Fahrt begehen.

Ziemlich platt verzichtete ich am Abend die Managuaner Freiwilligen zum Oktoberfest der Humboldtschule zu begleiten (richtige Entscheidung, wie man mir spaeter berichtete) und verkroch mich frueh ins Bett.

Der neunte Tag, der letzte Tag unserer Reise und Rueckreisetag, begann fuer alle Beteiligten spaet und, als man sich dann erst aus den Federn gewuppt hatte, mit einem ausgedehnten Fruehstueck. Bald darauf verabschiedeten wir uns von den beiden und zogen gen Norden, wobei wir bevor wir nach Norden ziehen konnten erst noch eine gute Stunde mit verschiedenen Buslinien unterwegs waren, um an das Busterminal zu gelangen, von dem die Busse in den Norden fahren. Ohne aetzende Warterei wurden wir gleich an einen Expressbus nach Matagalpa vermittelt, mit dem wir bis nach Sébaco fuhren. Von dort reisten wir per Anhalter weiter nach Jinotega; an einem Stueck zu unserem Glueck.

Nach Hause zu kommen war nach dieser ersten langen Reise ein ganz anderes Gefuehl als die uebrigen Male. Negativer, zu mal es wieder in Stroemen regnete, so gesehen hatte sich also seit unserer Abfahrt in Jinotega nichts geaendert. Dennoch ist seit unserer Wiederkehr alles irgendwie besser geworden, sogar das Wetter hat sich nach einer halben Woche entschieden sich wieder von seiner sonnigen Seite zu zeigen, die Verpflegung in der Familie ist ebenfalls wieder zu meiner vollen Zufriedenheit und ich habe mich schnell wieder sehr wohl in Jinotega gefuehlt! Das war er also, unser neun Tage Trip in allen Details oder sagen wir mal fast allen ;P Ich hoffe der Bericht ist nicht zu lang oder langweilig geworden, denn kuerzer gings irgendwie nicht. Meine Erinnerungen an die wunderbare Zeit sind mir einfach aus den Fingern geflossen und ich habe sie fliessen lassen…

Bild des Urlaubs!

Bild des Urlaubs!

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